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Risiko: Wie wird es gemessen?

Wenn es bei Investmentfonds um die Messung von Risiken geht, wird häufig die Volatilität der Renditen herangezogen. Doch Diese Kennzahl hat ihre Schwächen und zeigt Anlegern nicht immer das tatsächlich vorhandene reale Risiko.

Der Begriff Risiko beschreibt die Möglichkeit des Eintretens von negativen Ereignissen. Die Möglichkeit des Eintretens eines günstigen Ereignisses wird gemein hin als Chance bezeichnet. Grundsätzlich kann das Risiko eines Investmentfonds in zwei Arten unterteilt werden:

  • die quantifizierbaren Risiken welche aus historischen Daten resultieren, und
  • den strukturellen Risiken – insbesondere wenn ein aktives Management vorliegt.

Balancing the AccountsEine fest etablierte und gern genutzte Kennzahl zur Darstellung des Risikos ist die Volatilität. Sie stellt die Schwankung der historischen Renditen eines Investmentfonds dar und spiegelt daher unmittelbar vorhandene Kursauschläge indirekt wieder.  Der Nachteil: Sie spiegelt das Risiko eines Investmentfonds nicht optimal wieder. Eine hohe Volatilität kann sowohl aus steigenden als auch aus fallenden Kursen resultieren. Sinnvoller erscheint hier eine andere Kennzahl: Der Maximale Verlust. Er zeigt Anlegern den in einem bestimmten Zeitraum maximal erzielten Verlust. Er wäre dann eingetreten, wenn der Anleger zum höchsten Kurs gekauft und zum darauffolgend niedrigsten Kurs verkauft hätte. Man kann also ablesen, welchen schlimmsten anzunehmenden Verlust man erlitten hätte.

 

Dennoch: Der maximale Verlust hat ebenso wie die Volatilität und andere quantitativ berechnete Kennzahlen ein entscheidendes Problem. Er bezieht sich im Rahmen einer Fondsanalyse immer auf eine historische Untersuchung. Über zukünftige Verluste sagen sie nichts aus. Ebenso werden dadurch strukturelle Risiken außen vor gelassen. Dazu gehören z.B. solche Risiken, die sich durch aktives Management ergeben. Für den langfristigen Erfolg eines optimalen Portfolios jedoch ist überdurchschnittlich gutes Management entscheidend.  Erst wenn dieses über hohe Selektions- und Timingqualitäten verfügt, kann eine Überrendite erzielt bzw. das Marktrisiko minimiert werden.

Fazit: Quantitativ berechnete Kennzahlen geben nur Aufschluss bezüglich des historischen Risikos. Dadurch haben diese bestenfalls nur eine bedingte Aussagekraft über das zukünftige Risiko eines Investmentfonds. Wer sicher gehen will, muss sich sowohl strukturelle Risiken genauer ansehen als auch die Qualität des Managements. Erst eine ganzheitliche Analyse erlaubt Anlegern eine realistische Einschätzung über zukünftige Risiken.

Veröffentlicht 3rd Dezember 2014
Kategorien Nachrichten